Das Ende der Büffel

Eine Geschichte vom abschlachten wilder Tiere.

Der Büffel aus der Sicht eines Indianers


"Der Büffel ist für uns ... besonders heilig. Ihr könnt die Natur nicht verstehen, auch unser Verhältnis zur Natur nicht, wenn ihr nicht versteht, wie nahe wir dem Büffel waren. Dieses Tier war fast ein Teil von uns, ein Teil unserer Seele. Der Büffel gab uns alles, was wir zum Leben brauchten. Ohne ihn waren wir nichts. Unsere Tipis waren aus seiner Haut gemacht. Sein Fell war unser Bett, unsere Decke, unser Wintermantel. Seine Haut war unsere Trommel, die durch die Nacht klang, lebendig, heilig. Aus dieser Haut machten wir unsere Wassersäcke. Sein Fleisch gab uns Kraft, wurde in uns wieder zu Fleisch. Nicht der kleinste Teil wurde vergeudet. Sein Magen wurde zum Suppenkessel; dazu füllten wir ihn mit rotglühenden Steinen. Aus den Hörnern entstanden Löffel, aus den Knochen Messer und die Ahlen und Nadeln der Frauen. Aus den Sehnen machten wir Bogensehnen und Faden. Die Rippen wurden zu Kinderschlitten umgearbeitet, aus den Hufen wurden Rasseln. Sein mächtiger Schädel war unser Altar. Gegen ihn wurde die heilige Pfeife gelehnt. ... Als ihr den Büffel getötet habt, habt ihr auch den Indianer getötet - den echten, natürlichen, 'wilden' Indianer." (1) (Dieser Text wurde den Seiten von Wolgang Stohr entnommen)

 

Büffel

Eigentlich sind diese Tiere keine Büffel sondern Bisons. Mit dem wachsen der Industrie im Osten der USA stieg die Nachfrage nach Leder gewaltig an. Man brauchte Antriebsriehmen für die Dampfmaschinen. Das brachte nun viele Glücksritter im Westen des Landes auf die Idee Büffel zu jagen. Am Anfang war es auch mit Vorderladern wie dem Great Plains Rifle schwierig, weil die Herde, nach dem ersten Schuss flüchtete. Ein geübter Schütze konnte nochmal nachladen und ein schwaches Tier treffen doch, dann war die Herde weg.

Das änderte sich nach dem Sharps im Jahre 1857 die ersten Hinterlader fertigte. Die ersten Modelle wurden mit selbstgewickelten Papierpatronen geladen und es musste noch ein Zündhütchen gesetzt werden. Später dann wurden die Gewehre auch für Zentralfeuerpatronen im Kaliber 45/70 bis 45/120 entwickelt. Es hat sogar welche im Kaliber 50/140 gegeben. Zur Information die erste Zahl steht für Geschossdurchmesser in Zehntelzoll, die zweite Zahl ist der Type der Patrone und gibt die Lademenge des Pulvers in Grains an.

Zufall ? Dieses Gewehr auf dem Bild gehörte John Brown
Mit diesen Gewehren war es tatsächlich möglich Büffel auf eine Entfernung von 600m zu töten. Es ist militärisch dokumentiert das im Juni 1874 mit so eine Gewehr ein Indianer auf 1406m getroffen wurde. Für die Indianer war es das Gewehr das, heute schiesst und morgen trifft.

John Browns Sharp

Das Abschlachten begann
Keinen Mann des Westens hat man mehr für das grosse Büffelschlachten zur Rechenschaft gezogen als Buffalo Bill Cody. Dabei hatte er mit den proffessionellen Büffeljägern (Runners) wenig gemein. Er schoss eine kurze Zeit Büffel für die Töpfe der Eisenbahnarbeiter und lies dabei nichts verrotten. Runners dagegen intressierten sich nur für die Häute und die als Delikatesse geschätzen Zungen. Und während Cody wie die Indianer seine Tiere aus vollem Gallop erlegte zogen die Häute jäger eine andere Taktik vor: Hatten sie die Herde gefunden suchten sie einen "Stand"- entweder einen abgelegenen Hügel oder eine tiefe Bodenrinne. Dabei achteten sie darauf, das sie gegen die Windrichtung standen. Die Männer begannes auf die Leittiere zu schiessen, sobald sie sich den Büffeln auf 200 oder 300 Metern genähert hatten. Diese Taktik hatte solange Erfolg wie die Bisons beim ersten Schuss fielen und die Herde den Jäger nicht witterte. Hier muss ich ergänzend zufügen da ich mich aus neuen Quellen schlaugelesen habe. Es wurde sogar aus Entfernungen von 600 Metern geschossen. Da die Jäger aus dieser Entfernung nicht zu erkennen waren und auch bei entsprechender Windrichtung nicht gewittert werden konnten erkannten die Tiere keine Gefahr und blieben einfach stehen.
Die weitreichenden Sharpsgewehre waren oft Massarbeit, wie das von Frank H. Meyer: "Es handelte sich um ein herrliches Stück mit Kolben und Vorderschaft aus importiertem Walnussholz und glänzend, brüniertem 32-Zoll-Lauf. Ich erwarb sie für 125$. Diese Sharps wog 12 Pfund. Auf den Lauf montierte ich ein über seine volle Länge reichendes, einzölliges Tubenfehrnrohr von A. Vollmer aus Jena in Deutschland." Trotz der luxuriösen Ausstattung be anspruchten die Jäger ihre Waffen bis aufs äusserste. Von gelegentlegentlichen Kühlpausen abgesehen feuerten sie stundenlang ein bis zwei Schuss pro Minuteab um so viele Büffel wie möglich auf engstem Raum zu erlegen. Dann konnten die Abhäuter (skinners) ihre Arbeit schneller erledigen, weil sie die 80 Pfund schweren Felle nicht so weit schleppen mussten. Oft überstanden die Büchsen das Dauerfeuer nicht: Der Jäger Tom Nixon ruinierte den Lauf seiner Sharps, als er in einer Dreiviertelstunde 120 Büffel erlegte.

(Quelle Visier Speziall Westernwaffen 2/1995)

 RunnerDiese Zeichnung von Tom Lovell zeigt wie ein Büffeljäger den Lauf seiner heissgeschossenen Sharps kühlt.

Anderen Quellen habe ich entnommen das Buffalo Bill auch Jagdausflüge für Sonntags jäger organisiert hat. Dabei wurde sogar aus fahrenden Zügen geschossen. Die Zahl der von ihnen getöteten Tiere viel aber kaum ins Gewicht.
Der Untergang der Büffel vollzog sich parallel zum Untergang der Prärieindianer. Der mitleidslose Bürgerkriegsgeneral und Indianerhasser Philip Sheridan verkündete zynisch, das eigentlich jedem Jäger eine Medaille zustände, weil die Vernichtung der Büffel die Indianer zu Kreuze kriechen lassen würde.

Buffallo Bill Cody

Hier lagern Häute von tausenden Tieren.

Bild rechts: Bufffalo Bill Cody