Perkussionsrevolver

Unbekannt in Hollywood.

Schon lange hatte man die Idee mehrschüssige Pistolen zu bauen. Man versuchte zuerst mehrere Läufe von Steinschloßpistolen zu einem drehbaren Bündel zu montieren. Später mit Perkussionszündung. Die Pepperbox war der erste funktionierende Vorläufer der Revolver, hatte aber da er direkt ohne Lauf aus der Trommel schoß keine vernünftige Visiermöglichkeit.

 

Die Pepperbox

Kein Western zeigt das umständliche laden dieser Waffen. Pulver rein, Filz rein, Geschoss setzten. fetten und dann die Zünder setzen. Lediglich in Quiggley Down under ist es für einen Sekundenbruchteil zu sehen.

Das Foto zeigt meinen Colt Navy 1851. Es ist nur kein Navy. Die Navy Modelle und nur diese wurden in Cal .36 gebaut. Meiner wurde mir als Old Army in Cal .44 verkauft. Die schönste Waffe fürs Westernhobby. Ein Bekannter von mir trifft sogar mit dem Ding. Dasselbe bezieht sich auf den 1860 Army, -- Army 44,  -- Navy 36.

 

Viele Colt Modelle bekamen ihre Namen nach ihrem Produktionsort. Aber auch Remington baute Revolver. Sie waren aufgrund der geschlossenen Rahmenbauweise stabiler. Die eingebaute Ladepresse wird vom Sportschützen nicht benutzt. Trommel raus nehmen und mit einer Zusatzpresse auf dem Tisch laden geht viel einfacher. Oder Soldaten htten damals einfach und schnell eine geladene Trommel ausgetauscht

Remington Revolver werden heute gerne von Sportschützen benutzt. Hier ein Bild von einem Remington.

Der gewaltigste von allen war der Walker von 1847. Die Waffe war riesig und die Unwissenden von heute fragen staunend, wie trägt man so ein Ding. Dieser riesige Revolver von cal. 44 war tatsäschlich eine Magnumwaffe, geführt von der Kavellerie im Sattelholster. Kenner spotten die ideale Waffe für Cowboys. Damit konnten die nebenbei Zaunpfähle einschlagen.

Colt Walker 1847

Mit dem Modell Dragoon von 1848 wurden einige Probleme vom Vorgängermodell Walker abgestellt. Unter anderen wurde der Ladehebel vernünftig arretiert. Beim Vorgängermodell wurde dieser nur durch eine Feder hochgehalten. Ein hängender Ladehebel blockiert die trommel.

Colt Dragoon 1848

Es gab aber auch noch andere Hersteller hier ein unbekanntes Modell. Dieser Revolver wurde 1855 von Butterfield konstruiert und patentiert. Im Jahr 1861 wurden von diesem Model 640 Stück produziert und an die US-Army ausgeliefert. Die meisten an die 5. New Yorker. Und wie das so ist bei öffentlichen Aufträger. Butterfield bekam kein Geld. Die Folge, Pleite und ein Revolver der für die meisten unbekannt ist. Gesehen habe ich ihn bei Belte & Köther

Aber nicht nur Butterfield baute diese unbekannten Waffen. Der LeMat war eine der interessantesten Waffen, die der amerikanische Bürgerkrieg hervorgebracht hat. Aufgrund des Wirtschaftsembargos des Nordens und der Tatsache, dass die meisten Waffenfabriken im Norden ansässig waren (z. B. Colt oder Remington), musste die Konföderation, neben Importwaren, auf Eigenentwicklungen zurückgreifen. Colonel Dr. Jean Alexandre Francois LeMat und General Pierre Gustave Toutant Beauregard entwarfen die Waffe im Jahre 1856, in New Orleans. Erst im Bürgerkrieg stieg die Nachfrage nach Alternativen. General J. E. B. Stewart war von diesem Revolver begeistert und gab den Auftrag zur Produktion.

Hollywood läßt grüssen der Film Rückkehr nach Cold Mountain hat es waffentechnisch korrekt gezeigt. Neun Schuss aus der Trommel und ein 10. aus der Trommelachse. Das war nämlich ein Schrotlauf.
In den Filmen hatten alle einen Revolver. Sogar welche die es noch gar nicht gab. Die Dinger waren auch so teuer das man sich gar keinen leisten konnte. Standardwaffe war eigentlich die Flinte. Die haben sich nämlich die Einwanderer schon aus Europa mitgebracht. In Europa waren Flinten von den hohen Herren geduldet, damit sich der Arme auch mal ein STück Fleisch schiessen konnte.